Mama bedeutet Sicherheit

Heute gibt es Kuchen, ich liebe Kuchen. Apfelkuchen mit Sahne. Wobei, eigentlich mag ich die Sahne am liebsten. Es landet überall, auf meiner Hose und ich habe etwas auf der Nase. Mama guckt mich an. Ich mag diesen Blick. Etwas trauriges kommt auch bei mir an. Öfter in letzter Zeit.

Am Abend packt Mama eine Tasche, eine große Tasche. Ich hole meinen Stoffhasen. Er mag mit in die Tasche. Es geht irgendwo hin. Wir fahren mit dem Zug. Ich bin sehr gespannt. Mama legt sich mit mir schlafen. Ich liebe es wenn Mama bei mir ist. Ich weine wenn sie nicht da ist. Aber das brauche ich nicht. Sie ist ja immer da. Papa kommt auch und ich schlafe. In der Nacht muss ich manchmal gucken ob sie noch da ist und dann kann ich weiterschlafen. 

Ohhhhh was für ein großes Gebäude. Es ist eckig und es sind so lange Wege und Gänge. Ich renne die Gänge entlang und sehe viele andere Kinder. Mama ist da und bringt unsere Sachen in ein Zimmer. Mein Hase darf nun aus dem Koffer. Ich nehme ihn mit, wir gehen in einen anderen Raum. Hier ist ein Mann, der spricht mit Mama und mit mir. Er ist lustig und Mama lacht. Wir fahren gar nicht wieder weg. Wir bleiben hier. Es wird dunkel. 

Als die Sonne wieder scheint gehen wir in einen Raum mit vielen anderen Menschen. Es sind auch viele Kinder da. Einige weinen. Es ist recht laut. Essen mag ich hier nichts. 

Mama geht mit mir wieder in einen Raum, ein anderer Raum. Er macht mir Angst. Ich sitze auf einem Tisch. Mama steht neben mir und zieht mir die Hose aus. Ein Mann und eine Frau sind auch da. Der Mann macht mir Angst. Ich mag seine Stimme nicht. Mama hält mich fest und zieht mich weiter aus. Ich mag das nicht. Der Mann fast mich an. Mama sitzt auf einem Stuhl und fährt nach hinten. Ich komme nicht an sie ran. MAMA! Die Frau hält mich fest. Der Mann sagt was zu Mama und sie ist noch weiter weg. MAMA! Ich habe Angst. Angst! Nur Angst! Mama darf mich wieder nehmen. Ich bin ganz leer und halte Mama.

Ich mag nicht gerne Essen, ich mag nicht wenn etwas meinen Hals runterrutscht. Ich mag nur bestimmte Sachen. An mir wurde schon oft rumgeschnitten und damit ich nichts merke hatte ich immer so einen Schlauch im Mund. Ich mag das nicht. Ich mag nichts in meinem Mund haben.

Da steht ein Teller. Es ist etwas drauf. Ich weiss nicht was. Wo ist Mama? Eine Frau nimmt mich auf den Schoß und möchte mit dem Löffel etwas in meinen Mund stecken. Wo ist Mama? Ich mag das nicht. Ich möchte das nicht. Ich schreie und ich weine und ich schreie. Wo ist Mama? Mama kommt nicht. Aber diese Frau steckt mir den Löffel in den Mund. Das tut weh, ich mag das nicht. Ich muss würgen. Wo ist Mama?

Dann ist Mama da. 

Ich muss wieder diesen Löffel in meinem Gesicht spüren. Ich mag das nicht. Es wurde wieder dunkel und wieder hell und nun wieder dieser Löffel und diese Frau. Ich kenne sie nicht. Ich habe Angst. Wo ist Mama?

Man hat mir irgendetwas gesagt. Aber ich verstehe das nicht. Ich brauche Mama! Ich muss überleben und ich brauche Schutz, wo ist Mama? 

Diese Frau, dieser Löffel, diese Angst. Wo ist Mama! Ich muss so brechen. Wo ist Mama? 

Abends fährt Mama mich in meinem großen Auto mit den Stäben an der Seite durch die Gegend. Es ist lustig. Ich lache mit Mama! Da ist ein Raum. Hier steht ein Auto und Bauklötze, die kenne ich von Zuhause. Mama dreht mich mit dem Bett im Raum herum. Es ist lustig. Sie macht die Stäbe an dem Auto höher, sie fährt bestimmt schneller. Das Auto bleibt stehen. Mama sagt was und geht weg. 

Es ist dunkel! Ganz dunkel!. Mama muss mich hören. Ich schreie. Laut! Sehr laut! Mamma kommt nicht. Ich schreie, ich schreie….. Meine Atmung wird ganz flach. Ich schreie nicht mehr. Ich liege und gucke in die Dunkelheit. Auf meiner Brust ist es so wahnsinnig schwer. Ich atme flach. Es tut weh. Ich kann nicht schreien. Wo ist Mama. Meine Augen werden schwer. Ich habe so Angst. Es ist so schwer auf meiner Brust. 

Es wird hell. MAMA! Du bist da! MAMA, bist Du da?

Wieder essen, wieder wie es schon mal war. MAMA wo bist du? Ich schreie nicht mehr ganz so viel. Wer sind diese Menschen? Wer ist diese Frau? Ihre Beine sind so schwer auf mir. Dieser Löffel. MAMA wo bist Du! Ich kann das nicht, ich kann das nicht schlucken. Mir wird schlecht. 

Wir sind wieder in diesem Raum. Die Frau zieht mich aus. Mama rückt immer weiter weg. MAMA! 

Es wird was gesprochen. Ich verstehe nicht was. Ich bin zwei Jahre alt, ich verstehe nur MAMA in diesem Haus. MAMA rückt weiter weg….

Es ist dunkel, es ist kein Auto das mit den Stäben. Mama weint viel. Ich habe Angst und atme schnell ganz flach, dann tut es nicht so weh auf der Brust. MAMA

Es sind jetzt viele Menschen da. Mama ist nicht da. Ich schreie ganz doll. Etwas geht in meine Nase, in meinen Rachen, ganz tief rein. Jetzt kommt kein Löffel mehr. Ich sehe eine große Spritze. So eine habe ich auch und Papa lacht wenn ich ihm damit Wasser in das Gesicht spritze. Diese Spritze spritzt mir was in den Schlauch der in meiner Nase steckt. Ich muss würgen. 

Das auf der Brust, das bleibt. Und wenn ich ruhig bin, tut es nicht so weh. Es tut dann nicht so weh. MAMA??????MAMA?????MAMA??????

Kategorien Gedanken

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