Kindheit im Wandel

Gerade komme ich von einer sehr schönen Fortbildung aus Vaihingen an der Enz zurück. Wir hatten Kunsttherapie als Thema und es waren viele Pädagoginnen an Bord. 

Der tägliche Umgang in der Betreuung der ganz kleinen Kinder war Thema. Der Konsens der Runde stimmt mich nachdenklich. Was braucht ein Mensch in der frühen Kindheit? Was ist Entscheidend für eine gesunde Entwicklung? Eine Entwicklung zur Selbstständigkeit, zur inneren Stärke? 

In den ersten Jahren ist ein Kind ganz auf seine Bezugsperson fixiert und angewiesen. Nicht nur die elementaren Bedürfnisse werden gestillt, vielmehr die Geborgenheit in der das Kind sein darf steht im Vordergrund. Es heißt doch: „Der Mensch wird am Du zum Ich“, das bedeutet doch, dass das Gegenüber dem das Kind bedingungslos vertraut, die ganze Welt bedeutet und die innere Gesundheit in der Zeit angelegt wird. Bereits Sigmund Freud hat die Phasen der frühen Kindheit als Wegweisend bezeichnet. 

Nun zurück zu meinem Seminar. Das Gros der Erzieherinnen (es waren nur Damen) beteuerte, dass der Alltag in der Betreuung eine große Belastung darstelle. Sie wären froh, wenn die Wickel Momente und sonstigen Verpflegungen einigermaßen geschafft werden. Zeit für das einzelne Kind bleibt da nicht. Eine Erzieherin sagte, dass sich Emmi Pikler im Grabe rumdrehen würde. Das Schlimmste sei aber, dass nach Außen hin alles in Rosa Farben dargestellt wird. 

Wo geht der Weg hin? Wer fängt es auf?

 

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